Die Geschichte von
Weyses Modellbuch 1763
Das Musterbuch von Ip Olufsen Weyse aus dem Jahr 1763
Die königlichsten und gnädigsten patentierten Produkte der norwegischen Glasmanufakturen bis nach Nøsttangens, verschiedene Sorten und Modelle aus weißem, rotem und blauem Kristallglas und anderen Kompositionen sowie Produkte aus grünem Glas. Mit den jeweiligen Originalzeichnungen der Sorte. Kopenhagen 1763, Neuauflage 1774.
Ip Olufsen Weyse
Ip Olufsen Weyse war von Beruf Siegel-, Schrift- und Stempelgraveur. Seine Musterbücher entstanden in den Jahren 1763 und 1774 in Kopenhagen. Man kann sie als die Werbekataloge jener Zeit betrachten. Sie wurden in mehreren Exemplaren gedruckt und waren in Kaufhäusern in Christiania, Drammen und Kopenhagen sowie bei Handelsvertretern in Städten wie Bergen, Trondheim, Odense und Aalborg erhältlich. Alle Exemplare enthielten Originalzeichnungen und Preisangaben für die verschiedenen Produkte.
Weyses Musterbuch ist eine wichtige Dokumentation von Traditionen und Stil in dekorativen und Gebrauchsgegenständen. Es enthält Modellzeichnungen von Wein-, Likör- und Biergläsern in verschiedenen Formen, Karaffen und kunstvollen Kelchen, Bischofskrügen, Kerzenleuchtern und Tabakdosen sowie zahlreiche Modelle für Apothekergläser, Urin- und Messgläser. Für den alltäglichen Haushaltsgebrauch wurden viele Formen und Größen von Einmachgläsern, Ölkrügen, Essigkrügen und Salzstreuern hergestellt. Aus der Glashütte der Aas-Glashütte wurden hauptsächlich verschiedene Flaschen aus Grünglas geliefert.
Nøstetangen war die erste norwegische Glashütte, gegründet 1741, während Aas 1748 gegründet wurde. Fredrik VI. trieb die Gründung voran, nachdem die Glasproduktion in Dänemark aufgrund der Belastung der natürlichen Ressourcen verboten worden war. Zuvor gab es in Norwegen keine Tradition der Glasherstellung, und die Frühzeit gilt als die wichtigste Periode in der norwegischen Glasgeschichte. Das Musterbuch gibt zudem Aufschluss über die technische Entwicklung, das Preisniveau sowie kulturelle und stilistische Einflüsse aus der Außenwelt.

